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SDGs for All

SDGs for All is a joint media project of the global news organization International Press Syndicate (INPS) and the lay Buddhist network Soka Gakkai International (SGI). It aims to promote the Sustainable Development Goals (SDGs), which are at the heart of the 2030 Agenda for Sustainable Development, a comprehensive, far-reaching and people-centred set of universal and transformative goals and targets. It offers in-depth news and analyses of local, national, regional and global action for people, planet and prosperity. This project website is also a reference point for discussions, decisions and substantive actions related to 17 goals and 169 targets to move the world onto a sustainable and resilient path.

Weitermachen, Schneller, Gemeinsam in Sachen Klima – Von Bonn nach Katowice

Von Ramesh Jaura

BONN (IDN) - In den zwei Wochen dauernden, intensiven, mehrstufigen Gesprächen, die in den frühen Morgenstufen des 18. November in der ehemaligen Hauptstadt West-Deutschlands endeten, wurden die Verhandlungsführer aufgefordert – bevor sie sich in Polen im Dezember 2018 treffen – sich darauf zu konzentrieren: Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Wie kommen wir dort hin?

Das Sekretariat der Klimarahmen-Konvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) ließ verlauten, die Bonner Klimakonferenz – offiziell bekannt als COP 23 – die 23. Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens (Conference of Parties of the Convention) sei eine „Anlaufstelle für Ambitionen“.

UNFCCC-Exekutivsekretärin Patricia Espionosa sagte: „COP23 in Bonn fand vor dem Hintergrund schwerer und beispielloser Naturkatastrophen statt, die Häuser, Familien und Volkswirtschaften in Asien, der Karibik und Amerika heimsuchten – dies alles erinnerte uns an die Dringlichkeit unserer kollektiven Aufgabe."

Laut Beobachtern war von allen Seiten auf der COP23 als starkes Argument zu hören, dass es dringend notwendig ist, alle Anstrengungen über Politik, Planung und Investitionen hinweg zu koordinieren, um sicherzustellen, dass jeder investierte Cent und jede Arbeitsminute zu einer noch größeren Wirkung führe und hinsichtlich der Erreichung der nationalen Klima-Pläne den Ehrgeiz anstachelte.

Mit 197 Vertragspartnern hat die Klimarahmen-Konvention (UNFCCC) eine fast allumfassende Mitgliederzahl und ist der Stammvertrag des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Sein Hauptziel ist es, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg noch weiter auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Die UNFCCC ist auch der Stammvertrag des Kyoto-Protokolls von 1997. Das ultimative Ziel aller Abkommen im Rahmen der UNFCCC ist, die Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, das gefährliche Eingriffe des Menschen in das Klimasystem in einem Zeitrahmen verhindert, in dem sich Ökosysteme auf natürliche Weise anpassen und eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen.

Bundesumministerin Barbara Hendricks, welche die COP23 technisch unterstützte, sagte: „In Bonn haben wir große Fortschritte gemacht, sowohl bei den Verhandlungen als auch bei der Umsetzung. Die Konferenz hat die Erwartungen voll erfüllt. Und es war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur COP in Katowice im nächsten Jahr, wofür wir planen, das Handlungs-Konzept für das Pariser Abkommen zu verabschieden.“

COP23, meinte sie, war ebenfalls die Klimakonferenz, die nach der Ankündigung der Trump-Administration stattfand, sich von der Pariser Klimakonferenz zurückzuziehen. „Die COP in Bonn sendet ein starkes Signal, dass die Welt einig ist, sich bei den Anstrengungen für Klima-Aktionen nicht behindern zu lassen,“ fügte sie noch hinzu.

Parallel zu den Verhandlungen wurde auch die Umsetzungs-Agenda in Bonn weiter vorangebracht. Nationen, Industrie und Zivilgesellschaften präsentierten ein breites Spektrum von Lösungen zu Klima-Aktionen mittels hunderter von Einzelaktionen.

Ein Beispiel für den Fortschritt außerhalb der Verhandlungen ist die NDC-Partnerschaft, die den Entwicklungsländern dabei hilft, nationale Klimaschutz-Strategien zu entwickeln. Die Partnerschaft konnte ihre Arbeit auf der COP23 in Bonn erheblich erweitern.

Ein Bericht der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien stellte während der COP23 fest, dass viele Länder jetzt höhere Ziele für erneuerbare Energien haben, als in ihren nationalen Klimaschutzplänen aufgeführt ist – was darauf hindeutet, dass für einige Länder, zumindest in Bezug auf grüne Energie, die größeren Ambitionen schon einbezogen sind.

Ein spezieller wissenschaftlicher Bericht, der von Future Earth und der Earth League für die Konferenz erstellt wurde, besagt, dass sich die Kooperation erneuerbarer Energien rund um den Globus alle 5,5 Jahre verdoppelt – im Einklang mit dem vollständigen Verzicht auf Kohle-Energiegewinnung zur Mitte des Jahrhunderts.

COP23-Präsident Frank Bainimarama , der Premierminister von Fidschi, sagte: „Ich freue mich sehr, dass die COP23 ein solcher Erfolg war, insbesondere angesichts der Herausforderung des multilateralen Konsenses für entscheidende Klimaschutzmaßnahmen. Wir haben unsere Aufgaben angepackt, die Umsetzungsrichtlinien des Pariser Abkommens voranzutreiben und bereiten uns auf weitere ambitionierte Aktionen beim Talanoa-Dialog 2018 vor.“

Der „Talanoa-Dialog“, der vom pazifischen Konzept konstruktiver Diskussionen, Debatten und Geschichtenerzählen inspiriert wurde, wird im Dezember 2018 in Polen die Bühne für die Überarbeitung nationaler Klimaschutzpläne bereiten, die erforderlich sind, die Welt auf den richtigen Weg zu bringen, um die Vor-2020 Ambitionen aufzufangen und ebenfalls die langfristigen Ziele des Pariser Abkommens von 2015.

Der Premierminister von Fidschi sprach von „einer positiven Eigendynamik um uns herum“. Fidschi sei besonders erfreut darüber, wie die Weltgemeinschaft das Konzept einer großen Koalition für mehr Ambitionen angenommen habe, die nationale Regierungen mit Staaten und Städten, die Zivilgesellschaft, den Privatsektor und gewöhnliche Männer und Frauen auf der ganzen Welt verbindet.

„Wir verlassen Bonn, nachdem wir einige bemerkenswerte Erfolge erzielt haben, darunter unser Ozean-Leitweg (Ocean Pathway), das historische Abkommen über Landwirtschaft und andere über einen Geschlechter-Aktionsplan (Gender Action Plan) und eine Plattform für indigene Volker (Indigenous People’s Platform). Außerdem haben wir uns mehr Mittel für die Klimaanpassung gesichert und eine globale Partnerschaft gegründet, um für Millionen Klima-betroffener Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zu erschwinglichen Versicherungen vorzusehen,“ fügte er hinzu.

„Lassen sie uns alle erneut zu ehrgeizigeren Maßnahmen gegen den Klimawandel stehen, indem wir im kommenden Jahr weiterhin schneller und gemeinsam handeln,“ sagte Bainimarama.

Mit der Verabschiedung des Talanoa-Dialogs sagte Espinoza: „Die Konferenz hat eine Startrampe bereitgestellt, die uns zu dieser höchsten Stufe höherer Ambitionen führen kann. Sie hat auch die Umsetzungsrichtlinien des Pariser Abkommens weiterentwickelt, so dass sie bis 2018 wirklich nachhaltig internationale Zusammenarbeit unterstützen kann, sowie auch nationale Anstrengungen für eine sicherere, aufstrebende und bessere Welt für alle."

Aber Bonn 2017 hat noch mehr getan, fügte die UNFCCC-Exekutivsekretärin hinzu. „In Bonn wurde unterstrichen, dass die Unterstützung für das Pariser Abkommen stark ist, und dass die Reise, auf der sich die Welt befindet, eine unaufhaltsame Bewegung ist, die von allen Teilen der Gesellschaft in allen Teilen der Welt unterstützt wird,“ sagte Espinoza.

ActionAid International äußerte sich jedoch enttäuscht. Harjeet Singh, der Vorsitzende der Organisation sagte zum Klimawandel: „Wir haben viel mehr Führung von Ländern erwartet, die sich zusammengetan haben, als die USA erklärten, sie würden das Pariser Abkommen verlassen. Mit den diesjährigen Überschwemmungen, Feuern und Hurrikanen frisch in ihren Köpfen, hatten wir angenommen, sie würden kommen und darauf brennen, die Aufgabe zu erledigen."

Doch sobald die Gespräche begannen, schoben sich die EU, Kanada und Australien zurück in ihre Komfortzonen und stellten sich an die Seite der USA anstatt echte Veränderungen zu bewirken. Sie bremsten den Klimaschutz und verweigerten sich bei finanziellen Maßnahmen für Länder, die kämpfen, um mit Klimafolgen fertig zu werden, bemerkte Singh.

„Hier in Bonn gab es einige nützliche Verfahrensverbesserungen in den Bereichen Vor-2020 Aktionen, Landwirtschaft, Indigene Völker und Geschlechter-Fragen (Gender). Und bei den Gesprächen, die von dem kleinen Inselstaat Fidschi geleitet wurden, rückten die Herausforderungen der von Klimafolgen betroffenen Länder ins Zentrum der Bühne, fügte Singh hinzu.

Jedoch, obwohl die gefährdeten Gemeinschaften im Rampenlicht standen, hat dies immer noch nicht zu der Unterstützung geführt, die sie brauchen. Es scheint, dass die Welt noch nicht bereit ist, den Menschen, die mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert sind, Hoffnung zu geben, sagte Singh von ActionAid International.

Während der COP23 wurde außerdem verkündet, dass Syrien das Pariser Abkommen ratifiziert hat und sich damit die Zahl der Ratifikationen auf 170 erhöht. Sechs Länder haben das Doha-Zusatzabkommen ratifiziert (Belgien, Deutschland, Finnland, Schweden, Slowakei, Spanien) und damit haben 90 Länder ratifiziert. Acht Länder haben den Kigali-Zusatz zum Montreal-Protokoll ratifiziert (Deutschland, Finnland, Komoren, Laotische Demokratische Volksrepublik, Luxemburg, Malediven, Slowakei, das Vereinigte Königreich) und damit wurde die Zahl der Ratifikationen auf 19 erhöht. (IDN-InDephtNews | 19.11.2017)

Foto: Veranstaltungsort COP23. Quelle: Bundesumweltministerium

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